Trainingslager in Tschechien

7 Tage in Spindlermühle mit Skiwanderungen bis auf die Schneekoppe

Am Samstagmorgen um 9 Uhr ging es los: Matthias, Smilla, Marie Inka, Finja, Klara und ich kamen vollbepackt in der Schleiermacherstraße an und nachdem alle Taschen in den 8 Sitzer eingeladen worden waren, fuhren wir los. Als wir einige Kilometer zurückgelegt hatten und die Grenze überquerten, sahen wir den ersten Schnee. Je weiter wir uns von Berlin entfernten und unserem Ziel in Tschechien näherten desto mehr verdichtete sich das Schneetreiben. Glücklicherweise schafften wir die kurvige und steile Auffahrt zu unserer Hütte auch ohne Schneeketten und trotz des starken Nebels unfallfrei. Nach 7 Stunden Fahrt kamen wir dann schließlich im komplett verschneiten Ort Spindlermühle an und trugen mit müden Armen unser Gepäck bergauf zu unserem Haus.Anschließend richteten wir uns ein, machten erste Schneeballschlachten, aßen zu Abend und schliefen dann nach ein paar Runden Kniffel schnell ein. 

Jedoch war kein ferienübliches Ausschlafen angesagt, denn unser Wecker klingelte am nächsten Morgen bereits um 7:30  und riss uns alle aus dem Schlaf. Nach dem Frühstück kriegte jeder seine Schuhe, Skier sowie Stöcke zugeteilt und wir packten uns warm ein, denn es war mit -7 Grad Außentemperatur deutlich kälter als noch am Tag zuvor in Berlin. Unsere Skier angeschnallt ging es dann um 10 Uhr mit einem kleinen WarmUp los. Anschließend fuhren wir bergauf und bergab, an vereisten Hängen herunter und durch den Tiefschnee zwischen schneebedeckten Bäumen entlang. Die ersten 8 Kilometer die wir auf dieser Tour auf Langlaufskiern zurücklegten stellten unsere Fähigkeiten direkt auf die Probe, denn die Bedingungen waren durch eisigen Wind, neben und starken Hagel sehr erschwert. Nach dem Mittagessen mit Palatschinken und Spätzle war deshalb bis zum Abendessen Entspannen angesagt. Wie auch am Abend zuvor sowie an allen folgenden Abenden spielten wir anschließend einige Runden Doppelkopf, Kniffen etc. bevor es ins Bett ging.

„Guten Morgen, Guten Morgen, Guten Morgen Sonnenschein…“, damit weckte uns mein Handy am nächsten Morgen und als wir verschlafen aus dem Fenster schauten sahen wir tatsächlich einen aufgeklarten blauen Himmel mit strahlender Morgensonne. Über die Nacht hatte es also einen kompletten Wetterumschwung von Nebel und Hagel zu Sonne und blauem Himmel gegeben, sodass wir uns guter Laune auf den Weg machten. Wieder fuhren wir durch traumhafte Waldwege, wo wir neben den vereinzelten Tierspuren die allerersten Abdrücke im glitzernden Neuschnee hinterließen. Wir „wanderten“ durch vollkommen unberührte Schneelandschaften und legten nach einigen schweren Anstiegen, die uns anfänglich Schwierigkeiten bereiteten, 15 schweißtreibende Kilometer zurück. Erschöpft und hungrig freuten wir uns alle auf das verspätete Mittagessen und die heiße Dusche. 

Am Dienstag begrüßte uns erneut ein wundervoller Morgen mit hellstem Sonnenschein, der Lust auf Langlauf machte. Die Tour begann mit einem ewig langen, steilen Aufstieg, der kein Ende zu nehmen schien. Nach dieser großen Anstrengung war die Aussicht die uns am Felsen auf dem Berg erwartete umso schöner : die weite Landschaft mit Schneefeldern und Wäldern lag im hellen Sonnenlicht vor uns. Mit einigen steilen und riskanten Abfahrten sowie langen Aufstiegen legten wir an diesem Tag eine Strecke von 13,5 Kilometern zurück. Die folgenden Tage verliefen ähnlich und das Wetter blieb glücklicherweise angenehm. Wir, die alle bis  zu dieser Fahrt nur Abfahrtsski kannten, gewöhnten uns immer mehr an die Langlaufskier und lernten sowohl sicher bergab zu fahren als auch steile Aufstiege schnell zu meistern. Durch diese erworbenen Fähigkeiten konnten wir schließlich die lange Tour zur Schneekoppe, dem höchsten Berg des Riesengebirges und ganz Tschechiens, nahezu problemlos machen. Mit extremen – wirklich extremen! – Aufstiegen und sehr steilen Abfahrten legten wir dabei ganze 18 km zurück und kamen erst am späten Nachmittag wieder an der Erlebach Hütte in Spindlermühle an. Durch das perfekte Wetter und die unglaubliche Landschaft, die wir auf diesem Weg sehen konnten, war der Tag eindeutig das Highlight der Woche! 

Am Samstag machten wir uns dann zwar erschöpft jedoch mit gutem Gefühl und einer Menge neuer Muskeln auf den Rückweg nach Berlin. Die 7 Tage waren anstrengend aber gleichzeitig auch unglaublich bereichernd, da wir Langlauffahren lernen sowie traumhafte Landschaften genießen konnten. Es hat wirklich Spaß gemacht und wir würden alle nochmal mitfahren! 

Ein Bericht von Emily Knäpper