TiBEx – Havelfritzen Cup beim BSRK

Na, wie war’s?

„Könnt ihr mir mal bei den Ergebnissen helfen?“ Kopfschütteln. Immerhin sind wir zu fünft im Auto. Auf der Rückfahrt von Brandenburg. Unser erstes Turnier. Einmal gewonnen, 4:0, soweit ist alles klar. Es gab aber mehr Spiele. Nur nicht mehr gewonnene Spiele, was ja nicht so wichtig ist, also sein sollte. Viele waren es. Praktisch im Sekundentakt. Gut, dass die ‚Bravehearts‘ aus Polen nicht da waren. Sonst wären es noch mal zwei mehr gewesen.  ‚Löwenherzen‘, ‚Wühlmäuse‘, klingt alles ein wenig nach  Kinderladen MV. Ist es ja auch, gewissermaßen. Wir TiB-EX’en (nicht ‚ler!) fallen da komplett raus. Das kapiert niemand.  Alles denkt, wir seien Ehemalige TiBler oder noch schlimmer. Früher hatte man vor Kreuzbergern Respekt, heute werden wir glatt noch mal eingeladen.

Glücklicherweise sitze ich auf der Rückbank in der Mitte. Ich kann meine Beine ausstrecken. Die sind ja nicht so lang. Aber sie schmerzen. Vor allem der Oberschenkel rechts wird nur noch durch die Hosennaht am Platzen gehindert. Gut, dass die Hose neu ist und weit geschnitten. N., rechts neben mir, erzählt etwas von einer Badewanne, schön heiß und danach einölen, muss aber Arnika drin sein, das würde helfen. Die Badewanne ist noch weit. Links neben mir seufzt es, wahrscheinlich hat sie das auch gerade gedacht.

„Was war denn deine gelungenste Aktion?“ Warum will er das ausgerechnet von mir wissen? Ich schlucke. „Der erste Biss in den Wildscheinbraten.“ Gelungene Aktion! Im Grunde bin ich froh, wenn ich den Ball trotz dieser Widerwärtigkeiten wie Schläger, Gegner, Regelwerk und dieses ständigen Gelaufes einfach nur treffe, jedenfalls so ungefähr. Aber das kann ich ihm doch nicht sagen. Der Mann schießt Tore! Er braucht Futter für seinen Artikel. Aber das Wildschwein war wirklich lecker und ich hatte echt Appetit. Ich habe schon wieder Hunger und wir stehen im Stau, die Silberpfeile auf dem Tempelhofer Feld.

A. hält. Vor unserem Haus. Ich bin ihm ungeheuer dankbar, kann das aber nicht so zeigen, weil ich jetzt aussteigen muss. Und dabei krieg ich meine Zähne nicht auseinander, weil ich auf sie draufbeißen muss. Drei Treppen sind es. Mit Zelt, dieser gewaltigen Luft-Iso-Matte, dem Schlafsack und meiner Tasche. Der Schlüssel irgendwo in einer Tasche meiner Jacke, ganz unten wahrscheinlich. Also klingele ich lieber.

„Jetzt schon?“

Wozu dieser ganze Mist mit dieser Simserei, wenn mein Auftauchen dann doch nichts als Erstaunen hervorruft? Aber gut, langsam schieb ich mich durch die Tür und versuche nach oben zu gehen. Langsam. Nicht jetzt noch einen Muskelriss. Sie stehen tatsächlich alle drei im Treppenhaus. Sie lachen. Trikot. Richtige Sporthose. Stutzen bis knapp unter die Knie! Ton in Ton. So haben sie mich noch nie gesehen. Immer wenn ich zurückhaltend aufjaule, bei einem Schritt, vor Schmerzen aufjaule, fangen sie wieder an zu lachen. Fredi schüttelt den Kopf, Pauline faselt was von bisschen knapp, das Hemdchen und Michaela tut, als verspürte sie so etwas wie Mitleid.

Schön, wieder nach Hause zu kommen. Nicht unbedingt als strahlender Sieger, das musste gar nicht sein. Denn irgendwo gab es da auch eine Anerkennung. Und Fredi wurde noch richtig neidisch, als ich von der Nebelmaschine, dem DJ, Bruno Mars und der Lichtanlage erzählt habe.

Elternhockey ist einfach mehr.

Frank